Dieser Artikel bietet einen praxisnahen Überblick über das Offensivspiel im American Football. Wir beginnen mit Zielen und Begriffen, gehen ins Detail bei Lauf- und Passspiel, betrachten Option‑Konzepte, Pre‑Snap-Formationen und Motion, Blocking‑Prinzipien und schließen mit fortgeschrittenen Pass‑Konzepten sowie Beispielen, wie Coaches alles in einen Gameplan kombinieren.
Offensiver Football dreht sich darum, den Ball effizient zu bewegen, First Downs zu erzielen und Punkte zu machen. Spielzüge werden über ein Playcall angesagt, das Formation, Personnel, Protection und die eigentlichen Konzepte (Lauf oder Pass) angibt. Moderne Offenses nutzen oft Packaged Plays, bei denen mehrere Optionen eingebaut sind: Der QB kann das Play ändern (Audible), die Protection wechseln oder nach dem Snap einen bestimmten Verteidiger (Key) lesen.
Das Laufspiel ist das Fundament vieler Angriffe: Es kontrolliert die Uhr, hält die Defense ehrlich und macht Play‑Action gefährlich. Die zwei Hauptschulen sind Zone und Man/Gap. Zone konzentriert sich darauf, Bereiche zu blocken und Cutback‑Lanes zu schaffen; Man/Gap erzeugt ein bestimmtes Loch durch ziehende Blocker und Doppelteams.
Passspiel reicht von schnellen Quick Game (3‑Step) bis zu tiefen Konzepten (5‑/7‑Step). Ziel ist es, spezifische Zonen der Defense anzugreifen und Mismatches zu schaffen. Der QB liest typischerweise High‑Low, Progression oder einen bestimmten Verteidiger.
Bei Option‑Plays lässt man einen Verteidiger unbesetzt und zwingt ihn zur Entscheidung – der QB liest ihn und entscheidet selbst. Bei RPO (Run‑Pass Option) wird ein Laufblock mit einer schnellen Passoption kombiniert. Ist die Box zu schwer, wirft der QB schnell nach außen; ist sie leicht, bekommt der RB den Ball. Read‑Option lässt den QB den Ball behalten, wenn der Edge crasht.
Die Formation bestimmt den Ausgangspunkt: Personnel (z.B. 11 = 1 RB, 1 TE), Splits, Stacks/Bunch und Alignments. Pre‑Snap Motion wird genutzt, um Man vs. Zone zu erkennen, vorteilhafte Matchups zu bekommen und die starke Seite zu wechseln. Shifts erfordern, dass alle kurz stillstehen vor dem Snap.
Bei Zone arbeitet die Line lateral und doppelt ins 2. Level; der RB liest die Lücken. Bei Man/Gap wird ein Loch geschaffen durch Down‑Blocks, Pull und Kick‑Out. Die Wahl passt zur Spielerauswahl und zur Front des Gegners. Protections im Passspiel (Slide/Half‑Slide/Man) bestimmen, wer für zusätzliche Rusher verantwortlich ist (Regel: Hot oder Site‑Adjust auf den WR).
Ein guter Gameplan baut auf eigenen Stärken und den Schwächen des Gegners auf. Typischerweise werden die ersten 10–15 Spielzüge gescriptet, um Reaktionen zu testen. Bei 3rd & kurz können Power/Counter und Quick Game dominieren; bei 3rd & lang werden Screens, Draws und Flood‑Varianten gegen Cover 3 geplant. In der Red Zone nahe der Endzone werden Condensed Splits, Rub‑Konzepte und schwereres Personal (12/13) zusammen mit Play‑Action eingesetzt.