Schläge aus dem Bunker
Bunkerschläge: Technik, Regeln, Strafen und Drop
sportGolf
Bunker sind nicht nur Sandfallen – sie sind ein integraler Bestandteil des Platzdesigns und testen sowohl Technik als auch Entscheidungsfindung.
Unten findest du einen praktischen Leitfaden zu Greenside‑ und Fairway‑Bunkern: Grundtechnik, was laut Regeln erlaubt/verboten ist, wie du Erleichterung (Drop) nimmst und typische Strafsituationen. Am Ende gibt es eine Checkliste und kleine Diagramme, die das Merken erleichtern.
Arten von Bunkern
Greenside‑Bunker liegen nah am Grün und erfordern oft einen weichen „Splash“ mit einem Sand Wedge. Fairway‑Bunker liegen weiter entfernt und werden eher wie ein normales Schlag gespielt – aber mit Fokus darauf, zuerst den Ball zu treffen.
Grundtechnik im Greenside-Bunker
Im Greenside-Bunker triffst du als Spieler den Ball mit offenem Schlägerblatt und schlägst in den Sand hinter dem Ball.
Tipps
Offene Schlagfläche: Wähle Sand Wedge/Lob Wedge und öffne die Schlagfläche leicht (mehr Bounce).
Stand und Gewicht: Stehe etwas breiter, Gewicht 60–70% auf dem vorderen Fuß, Knie leicht gebeugt.
Ballposition: Einen Balldurchmesser vor der Mitte (hilft, zuerst den Sand zu treffen).
Bewegung: Hände leicht anheben, relativ steil schwingen und 2–4 cm hinter dem Ball zielen.
Beschleunigung: Halte das Tempo durch den Sand – der Sand hebt den Ball (kein „Zupfer“).
Finish: Durch den Sand zu einem kontrollierten Finish durchschwingen; übe Längenkontrolle über die Schwunglänge, nicht durch „Abbremsen“.
Variante Schläge: nasse, tiefe und schwierige Lagen
Wenn der Ball tief liegt oder der Sand nass ist, solltest du als Spieler vermeiden, zu viel Sand vor dem Ball mitzunehmen.
Tipps
Nasser/harte Sandunterlage: Weniger Bounce (Schläger etwas schließen), näher hinter dem Ball zielen (1–2 cm), mehr Kompression.
„Fried Egg“ (eingedrückter Ball): Steilerer Abschwung, weniger Öffnung der Schlagfläche; mehr Sand hinter dem Ball treffen, um ihn „herauszupoppen“.
Hohe Kante: Mehr Loft (Lob Wedge), größere Öffnung und mehr Kraft; akzeptiere kürzere Länge.
Seitenhang: Stand an die Neigung anpassen; Balance halten und mit dem Schwung der Neigung folgen.
Langer Greenside-Bunker: Weniger Öffnung, mehr Schwunglänge; alternativ Gap/Pitch Wedge für mehr Roll wählen.
Fairway-Bunker: gespielt wie vom Fairway – mit Twist
Im Fairway-Bunker ist das Ziel, zuerst den Ball zu treffen und möglichst wenig Sand zu nehmen.
Tipps
Wähle einen sicheren Schläger (mehr Loft) – vermeide die Kante zu treffen.
Stabiler Unterkörper: Weniger Gewichtsverlagerung; denke „Arme/Oberkörper“, um sauberen Kontakt zu sichern.
Ballposition: Leicht vor der Mitte; Fokus auf sauberen Treff.
Spielstrategie: Oft ist es klüger, sicher auf das Fairway zu spielen, statt das Grün anzugreifen.
Regeln im Bunker – was erlaubt und nicht erlaubt ist
Die Regeln (in den letzten Jahren modernisiert) sind großzügiger als früher, aber es gibt immer noch wichtige Einschränkungen:
Du darfst
Lose Naturstoffe (Blätter, Zweige, Steine) im Bunker entfernen. Wenn sich der Ball bewegt, gibt es einen Strafschlag und der Ball muss zurückgelegt werden.
Den Sand mit Schläger oder Hand zufällig berühren (z.B. sich leicht abstützen)
Du darfst nicht:
Den Zustand des Sands durch bewusstes Berühren testen.
Den Sand unmittelbar vor oder hinter dem Ball berühren.
Den Sand mit dem Schläger im Probeschwung so berühren, dass Sand bewegt wird.
Den Sand im Rück‑/Abschwung berühren (bevor der Schlag den Sand trifft).
Allgemeine Strafe
Für die meisten Regelverstöße im Bunker: zwei Strafschläge im Zählspiel oder Lochverlust im Lochspiel.
Unspielbar im Bunker – Dropmöglichkeiten und Strafe
Ist der Ball unspielbar im Bunker (z.B. nah an der Kante oder eingebettet), kannst du selbst entscheiden, ihn für unspielbar zu erklären.
Im Bunker:
Zwei Schlägerlängen (1 Strafschlag): Drop innerhalb von 2 Schlägerlängen vom Ball (nicht näher zum Loch).
Zurück auf der Linie (1 Strafschlag): Drop auf der Linie rückwärts im Bunker mit Loch und Ballpunkt auf einer geraden Linie.
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Außerhalb des Bunkers:
Zurück auf der Linie (2 Strafschläge): Drop außerhalb des Bunkers rückwärts auf der Linie (neue Möglichkeit in den modernen Regeln) – kostet 2 Schläge.
Freie Erleichterung (GUR, temporäres Wasser im Bunker) – so geht’s
Ist der Ball von abnormen Platzverhältnissen im Bunker betroffen (z.B. GUR, Drainagerost, Wasser im Bunker), gilt Folgendes:
im Bunker
Kostenlose Erleichterung. Finde den nächstgelegenen Punkt ohne Behinderung im Bunker und droppe innerhalb von 1 Schlägerlänge (nicht näher zum Loch).
Außerhalb des Bunkers (optional)
1 Strafschlag. Zurück auf der Linie mit dem Loch – nützlich bei viel Wasser oder unmöglicher Lage.
Etikette: Ein-/Ausgang, Harken und Sicherheit
Etikette ist beim Bunkerschlag wichtig, da schlechte Etikette direkte Auswirkungen auf die nächsten Spieler im Bunker haben kann.
Tipps
Eingang/Ausgang: Wähle die niedrigste Kante, um den Bunker zu schonen.
Nach dir harken: Den Sand glätten, Fußspuren/Schlagspuren entfernen; den Rechen dort ablegen, wo es der Club wünscht (oft außerhalb des Bunkers).
Sicherheit: Warten, bis der Bereich frei ist; auf Sandflug achten.
Tempo: Schläger/Linie vorbereiten, während andere schlagen (ohne zu stören).
Checkliste und schnelle Merkhilfen
Greenside: offene Schlagfläche, Gewicht nach vorn, Sand 2–4 cm hinter dem Ball treffen, beschleunigen.
Fairway: Ball zuerst treffen, ruhiger Unterkörper, richtige Schlägerwahl zur Kante.
Im Bunker: Lose Gegenstände mit Bedacht entfernen; Sand nicht zum Testen berühren; keine Probeschwünge, die Sand bewegen.
Unspielbar: 1 Schlag (im Bunker) – 2 Schlägerlängen oder zurück auf der Linie; 2 Schläge für zurück auf der Linie außerhalb des Bunkers.
Freie Erleichterung (GUR/Wasser): im Bunker kostenlos; außerhalb des Bunkers gegen 1 Schlag.