teknologi Computer Hardware
 Title Image

Stellen Sie sich einen Computer vor, der Aufgaben in wenigen Sekunden lösen kann, für die herkömmliche Supercomputer Millionen von Jahren benötigen würden. Das ist die Vision hinter dem Quantencomputer – einer revolutionären Technologie, die längst nicht mehr nur in Science-Fiction zu Hause ist. Aber was ist ein Quantencomputer eigentlich, und wie unterscheidet er sich von den Computern, die wir heute benutzen?

Von Bit zu Quantenbit (Qubit)

Ein klassischer Computer verwendet Bits zur Verarbeitung von Informationen. Jedes Bit kann entweder 0 oder 1 sein – wie ein kleiner Schalter, der ein- oder ausgeschaltet ist. Alle Programme und Daten in einem klassischen Computer bestehen aus langen Sequenzen dieser Bits.

Ein Quantencomputer hingegen verwendet Qubits – Quantenbits – die dank eines quantenmechanischen Phänomens namens Superposition gleichzeitig 0 und 1 sein können. Das bedeutet, dass ein Qubit mehrere Berechnungen parallel ausführen kann. Wenn mehrere Qubits miteinander verbunden werden, wächst die Rechenleistung exponentiell.

Quantencomputer Infografik

Ein weiteres zentrales Phänomen bei Quantencomputern ist Verschränkung (Entanglement), bei dem zwei oder mehr Qubits so miteinander verbunden werden, dass der Zustand des einen vom anderen abhängt – unabhängig davon, wie weit sie voneinander entfernt sind. Dies ermöglicht extrem komplexe und koordinierte Berechnungen.

Wie funktioniert ein Quantencomputer?

Quantencomputer nutzen Quantenmechanik, um Berechnungen auf Arten durchzuführen, die mit klassischen Computern nicht möglich sind. Das erfordert extrem präzise und kontrollierte Umgebungen. Die heute am weitesten verbreiteten Technologien basieren auf:

  • Supraleitende Schaltkreise: Verwendet u.a. von Google und IBM. Qubits werden mithilfe von elektrischem Strom erzeugt, der in einem Schaltkreis ohne Widerstand bei extrem niedrigen Temperaturen fließt.
  • Ionenfallen: Werden von Unternehmen wie IonQ und Honeywell genutzt. Hier schweben Atome, die in Magnetfeldern gefangen sind, und Laserlicht wird verwendet, um ihre Quantenzustände zu manipulieren.
  • Topologische Qubits: Eine eher theoretische Technologie, die von Microsoft verfolgt wird. Sie sollen extrem stabil sein, wurden aber in der Praxis noch nicht realisiert.

Allen diesen Technologien ist gemeinsam, dass sie ein Vakuum, niedrige Temperaturen (nahe dem absoluten Nullpunkt) und extreme Störungsfreiheit benötigen, damit die Quantenzustände nicht kollabieren – eine große technische Herausforderung.

Wofür können Quantencomputer eingesetzt werden?

Quantencomputer sind nicht dafür gedacht, herkömmliche Computer zu ersetzen, sondern spezifische Aufgaben zu lösen, bei denen klassische Computer an ihre Grenzen stoßen. Einige der vielversprechendsten Anwendungsgebiete sind:

  • Verschlüsselung und Sicherheit: Quantencomputer können klassische Verschlüsselungsmethoden (wie RSA) viel schneller knacken. Gleichzeitig werden quantensichere Algorithmen entwickelt, die solchen Angriffen standhalten können.
  • Medizin und Chemie: Quantencomputer können Moleküle und chemische Reaktionen auf atomarer Ebene simulieren, was zu einer schnelleren Entwicklung neuer Medikamente und Materialien führen kann.
  • Optimierungsprobleme: Zum Beispiel in Logistik, Verkehrssteuerung, Portfoliomanagement und Produktion, wo viele mögliche Kombinationen schnell durchgerechnet werden müssen.
  • Maschinelles Lernen: Quantenalgorithmen können theoretisch das Training großer neuronaler Netzwerke verbessern und neue Arten von Datenmodellen schaffen.

Stand heute: Hype oder Realität?

Heute gibt es Quantencomputer mit bis zu mehreren hundert Qubits, aber die meisten sind noch sehr anfällig für Störungen und instabil. Ein zentrales Problem ist die Dekohärenz – das heißt, wie lange ein Qubit seinen Zustand halten kann. Die meisten Qubits sind nur für Millisekunden nutzbar, und kleine Störungen können die gesamte Berechnung zerstören.

Daher arbeiten Forschende daran, Fehlerkorrektur und skalierbare Architekturen zu entwickeln, damit Quantencomputer sowohl zuverlässig als auch praktisch einsetzbar werden. Heute spricht man von der “NISQ”-Ära (Noisy Intermediate-Scale Quantum), in der Experimente möglich sind – aber noch keine vollständig zuverlässigen Lösungen.

Technologiekonzerne wie Google, IBM, Microsoft und das chinesische Baidu investieren massiv in dieses Feld. 2019 verkündete Google, dass sie die "Quantenüberlegenheit" erreicht hätten, indem sie eine Berechnung in 200 Sekunden durchführten, für die ein Supercomputer 10.000 Jahre benötigen würde. Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass die Aufgabe keinen praktischen Nutzen hatte.

Quantencomputer in der Praxis: Wann?

Die Frage, wann Quantencomputer “nützlich” werden, hängt von drei Faktoren ab:

  1. Wann können wir Qubits herstellen, die lange genug halten und skalierbar sind?
  2. Wann haben wir Quantenalgorithmen, die einen echten Vorteil gegenüber klassischen Algorithmen bieten?
  3. Wann können gewöhnliche Unternehmen und Institutionen auf Quantenleistung zugreifen?

Optimistische Schätzungen sprechen von 5–10 Jahren für kommerziell relevante Lösungen. Vorsichtigere Prognosen gehen von 15–20 Jahren aus. Bis dahin werden Quantensimulatoren und Cloud-Plattformen (z.B. IBM Quantum) für Experimente und Ausbildung genutzt.

Quantensicherheit und neue Herausforderungen

Wenn Quantencomputer in der Lage sein werden, die meisten klassischen Verschlüsselungssysteme zu knacken, wird das große Auswirkungen auf die digitale Sicherheit haben. Deshalb wird intensiv an Post-Quanten-Kryptografie geforscht – Algorithmen, die gegen Quantenangriffe sicher sind.

Gleichzeitig wirft die Technologie ethische und gesellschaftliche Fragen auf. Wer bekommt Zugang zu Quantenleistung? Welche Daten können manipuliert oder geknackt werden? Und wie stellen wir sicher, dass Quantentechnologie nicht nur wenigen vorbehalten bleibt?

Fazit

Quantencomputer stellen einen grundlegenden technologischen Wandel dar – nicht nur eine schnellere Version des bestehenden Computers, sondern eine völlig neue Art, über Berechnungen nachzudenken. Mit ihrer Fähigkeit, Informationen parallel zu verarbeiten, Moleküle zu simulieren und komplexe Systeme zu optimieren, haben Quantencomputer das Potenzial, alles von Gesundheitswesen und Klima bis hin zu Cybersicherheit und künstlicher Intelligenz zu revolutionieren.

Obwohl die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt und voller Herausforderungen ist, könnte sie – wie zuvor das Internet und der Strom – die Welt radikal verändern. Die Zukunft ist quantenbasiert – und sie hat gerade erst begonnen.


Lignende artikler

Hvordan fungerer en qubit?
Computer Hardware
Hvordan fungerer en qubit?
Fysikken bag kvantetilstande
;
RAM
Computer Hardware
RAM
Hvad er Random Access Memory?

Måske er du interesseret i

Astrologi
Fritid
Astrologi
En Introduktion til Stjernernes Sprog
Verdenshistorien ifølge KGM.DK
Kunst og Kultur
Verdenshistorien ifølge KGM.DK
Fra Big Bang til Covid
Rosévin
Mad og Drikke
Rosévin
Introduktion til Rosévin. Fra Sommerdrik til Seriøs Vinoplevelse
USB stik
Teknologi
USB stik
Fra Type-A til USB-C – og alt derimellem