Die Aufgabe der Defense ist es, Yards und Punkte zu verhindern. Das geschieht durch eine Kombination aus Fronts (Aufstellung nahe der Line of Scrimmage), Coverages (wie man den Pass verteidigt), Pressure/Blitz sowie einer Reihe fortgeschrittener Techniken wie Stunts, Rotationen und getarnte Coverages. Dieser Artikel bietet sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen einen Überblick – mit einfachen SVG‑Diagrammen, die durch eure eigenen 3D‑Visualisierungen ersetzt werden können.
Eine Front beschreibt die Verteilung der Linemen und Linebacker vor dem Ball. Die Wahl der Front beeinflusst die Laufverteidigung (Gap‑Kontrolle), den Pass‑Rush und wie leicht man einen Blitz verbergen oder Spieler in die Coverage droppen kann.
Coverage beschreibt, wie DBs (Cornerbacks/Safeties) und oft Linebacker den Pass verteidigen. Man unterscheidet grob zwischen Man‑to‑Man, Zone und Pattern‑Match (Hybrid, bei dem Zonen auf Routen reagieren).
Blitz bedeutet, dass die Defense zusätzliche Spieler gegen den Quarterback schickt. Ziel: Seine Entscheidungszeit verkürzen. Risiko: Weniger in Coverage. Variiere, wer kommt (LB/CB/S) und von wo.
Gute Koordinatoren mischen Front und Coverage: z. B. 3‑4 Front mit Cover 2, 4‑2‑5 Nickel mit Cover 3 oder Simulated Pressure aus einer 3‑3‑5 Tite Front. Ziel ist es, pre‑snap ein Bild zu zeigen und post‑snap etwas anderes zu spielen.
Stunts (auch Twists genannt) sind koordinierte Bewegungen zwischen zwei oder mehr Pass‑Rushern. Ein T/E-Stunt (Tackle-End) lässt einen Defensive Tackle zuerst gehen, um Blocking zu ziehen, woraufhin ein Edge Rusher in das offene Gap „loopt“. Ziel ist es, 1‑gegen‑0 Situationen oder Verwirrung in der O-Line beim „Pass-Off“ zu erzeugen.
Simulated Pressure schickt immer noch nur vier Rusher (wie ein normales Rush), aber die vier kommen nicht immer von der D-Line. Ein LB/DB blitzt, während ein Lineman in die Coverage droppt. Die Offense sieht Blitz pre‑snap und passt den Schutz an, aber die Defense hält trotzdem sieben in Coverage. Creepers sind verwandt: Pressure von einem unerwarteten Spieler, ohne Coverage zu opfern.
Die Defense zeigt eine Coverage pre‑snap (z. B. zwei hohe Safeties = Cover 2/4), rotiert aber post‑snap in eine andere (z. B. Cover 3 oder Robber). Ein Safety kann in die Box rotieren, während der andere tief in die Mitte geht. Der Corner kann „Cloud“ (flache Zone) oder „Press Bail“ in das tiefe Drittel spielen.
Match sind Zonen, die je nach Routen in Manndeckung übergehen. Beispiele: Quarters (Cover 4) Match mit „MOD/MEG“-Regeln (Man On Deep / Man Everywhere he Goes), Palms/2‑read (Corner liest Nr. 2 rein/raus und „trapped“ die Out-Route), Rip/Liz Match (Cover 3-Regeln gegen Trips). Der Vorteil ist, dass man sowohl gegen tiefe als auch gegen kurze Routen solide steht – aber es erfordert Kommunikation und Übung.
Laufverteidigung bedeutet, Gap-Verantwortung (A/B/C) zuzuweisen. Der Force-Spieler hält den Rand und zwingt das Laufspiel nach innen; Spill leitet den Ballträger zu Mitspielern; Box schließt die Innenseite. Gute Kommunikation zwischen DL, LB und Safeties ist entscheidend, besonders gegen Zone-Runs (Inside/Outside) und Counter/Power.
Bear/46 (fünf an der Linie, 3-Technik über den Guards, 1 über dem Center) komprimiert das Zentrum und schließt die inneren Gaps – stark gegen Laufspiel und kurze Yards. Tite/Mint 3‑3‑5 stellt drei innere DL eng (4i‑0‑4i) um die B-Gaps in Spread-Formationen zu schließen, mit fünf DBs auf dem Feld. Over/Under sind Verschiebungen in der 4‑3-Basis (DL verschiebt zur starken/schwachen Seite) für bessere Matchups gegen die starke Seite oder Weak-Side-Cutbacks.