Dieser Artikel bietet einen übersichtlichen Überblick über American Football: das Spielfeld, das Punktesystem, Downs, die wichtigsten Positionen, typische Formationen und defensive Deckungen. Oben findest du ein Inhaltsverzeichnis mit internen Links, sodass der Leser schnell zu den relevanten Abschnitten springen kann.
Inhaltsverzeichnis
- Das Spielfeld
- Punkte und Scoring-Arten
- Spielablauf
- Positionen – Offense
- Positionen – Defense
- Special Teams
- Offensive Formationen (Grundlagen)
- Defensive Fronts und Deckungen
- Anfänger-Guide: 5 Dinge, auf die man achten sollte
- Mini‑Glossar
- Diagramme (SVG)
- Fazit
Das Spielfeld
Das Spielfeld ist 120 Yards lang (100 Yards Spielfläche + zwei Endzonen à 10 Yards) und ca. 53 1/3 Yards breit. Hash Marks und Yardlinien helfen Schiedsrichtern und Spielern bei der Orientierung. Touchdowns werden in den Endzonen erzielt, während Field Goals durch die Torstangen hinter der Endzone gekickt werden.
Punkte und Scoring-Arten
- Touchdown (6): Der Ball wird in die Endzone getragen oder gefangen.
- Extrapunkt (1–2): Kick (1) oder 2‑Point Conversion aus kurzer Distanz.
- Field Goal (3): Kick durch die Torstangen während eines regulären Spielzugs.
- Safety (2): Die Defense erzielt Punkte, indem sie die Offense in deren eigener Endzone stoppt.
Spielablauf – Downs, Kette und Zeit
Um American Football zu verstehen, ist es wichtig, den eigentlichen Spielablauf zu kennen – also wie ein Team den Ball über das Feld bewegt und versucht, Punkte zu erzielen. Der Kern davon sind die Begriffe Downs, Kette und Zeitnahme.
Was ist ein "Down"?
Ein "Down" ist praktisch ein Spielzug. Die Offense (Angriff) hat immer vier Versuche – genannt 1st Down, 2nd Down, 3rd Down und 4th Down – um den Ball mindestens 10 Yards nach vorne zu bewegen. Gelingt ihnen das, erhalten sie eine neue Serie von vier Downs, und der Prozess beginnt von der neuen Position auf dem Feld erneut.
Ein Beispiel: Beginnt der Angriff an der eigenen 25-Yard-Linie, muss er innerhalb von vier Versuchen mindestens die 35-Yard-Linie erreichen, um den Ball zu behalten. Gelingt das, ist es wieder "1st Down", diesmal aber von der neuen Position.
Die Kette – der visuelle Marker
Für Zuschauer (und Spieler) werden die 10 Yards, die für ein neues First Down benötigt werden, mit zwei orangefarbenen Markern angezeigt, die durch eine Kette verbunden sind – daher einfach "die Kette" genannt. Der eine Marker steht dort, wo die Serie begann (line to gain), der andere dort, wo der Ball hin muss, um ein neues First Down zu erreichen.
Ein dritter Marker zeigt die aktuelle "Line of Scrimmage" – die Stelle, an der der Ball bei jedem Spielzug startet. Schiedsrichter und Kettenhalter verschieben die Marker nach jedem Spielzug, sodass man immer sehen kann, wie weit es noch ist.
Wie funktioniert die Zeit?
Ein Spiel ist in vier Quarters zu je 15 Minuten unterteilt (auf professionellem Niveau). Die Uhr läuft während normaler Spielzüge, wird aber in bestimmten Situationen gestoppt:
- Nach unvollständigen Pässen (Incomplete Passes)
- Wenn ein Spieler ins Aus läuft
- Bei Strafen, Timeouts oder nach Punkten
Nach zwei Quarters ist Halbzeitpause, in der die Teams die Seiten wechseln. Ist das Spiel nach vier Quarters unentschieden, kann es je nach Turnierregeln eine Verlängerung (Overtime) geben.
Ein typischer Spielzug-Ablauf
- Das angreifende Team stellt sich hinter der Line of Scrimmage auf.
- Der Quarterback erhält den Ball (Snap) vom Center.
- Der Ball kann geworfen, gelaufen oder an einen anderen Spieler gepitcht werden.
- Der Spielzug endet, wenn der Ballträger getackelt wird, ins Aus läuft oder ein unvollständiger Pass geworfen wird.
- Die neue Position des Balls bestimmt, welches Down es nun ist und wie viele Yards bis zum nächsten First Down fehlen.
Was passiert beim 4th Down?
Erreicht das Team das 4th Down und es fehlen noch Yards für ein neues First Down, gibt es drei Möglichkeiten:
- Punt: Den Ball tief in Richtung Gegner kicken, um diesem eine schlechte Feldposition zu geben.
- Den Versuch trotzdem wagen: Riskant, denn bei Misserfolg erhält der Gegner den Ball an der Stelle, wo der Versuch gestoppt wurde.
- Field Goal: Ist man nah genug dran, kann man einen Kick zwischen die Torstangen für 3 Punkte versuchen.
Beispiel für eine Serie
Stell dir vor, es ist 1st & 10 an der eigenen 20-Yard-Linie:
- 1st Down: Running Back läuft 4 Yards. Jetzt ist es 2nd & 6 von der eigenen 24-Yard-Linie.
- 2nd Down: Kurzer Pass bringt 5 Yards. Jetzt ist es 3rd & 1 von der eigenen 29-Yard-Linie.
- 3rd Down: Quarterback sneakt den Ball 2 Yards nach vorne. Neues 1st Down an der eigenen 31-Yard-Linie.
- Der Prozess beginnt von vorne mit 1st & 10.
Warum ist das wichtig zu verstehen?
Für neue Zuschauer kann es verwirrend sein, warum das Spiel ständig gestoppt wird und warum so viel über "3rd & 7" oder "1st & Goal" gesprochen wird. Aber das Verständnis von Downs, Kette und Zeit ist der Schlüssel, um den Rhythmus des Spiels zu verfolgen und die strategischen Entscheidungen der Trainer zu erkennen.
Positionen – Offense
Ein Angriffsteam (Offense) besteht aus 11 Spielern, die gemeinsam daran arbeiten, den Ball über das Feld zu bewegen und Punkte zu erzielen. Jede Position hat ihre eigene Aufgabe, vom Werfen und Laufen mit dem Ball bis zum Blocken der Gegner. Hier sind die wichtigsten Offensivpositionen und ihre Aufgaben.
- QB (Quarterback): Führt den Angriff, übergibt, wirft und kann laufen.
- RB (Running Back): Läuft mit dem Ball, kurze Pässe, Pass Protection.
- WR (Wide Receiver): Läuft Routen und fängt Pässe an den Seiten/Slot.
- TE (Tight End): Hybrid: Blocken + Passempfänger.
- OL (Offensive Line – LT, LG, C, RG, RT): Blocken bei Lauf- und Passspiel.
Positionen – Defense
Das Verteidigungsteam (Defense) besteht ebenfalls aus 11 Spielern, deren Aufgabe es ist, den Angriff des Gegners zu stoppen. Das kann durch Tackling des Ballträgers, das Unterbrechen von Pässen oder das Erzwingen von Fehlern geschehen. Jede Position in der Defense hat eine spezielle Rolle beim Schutz des Feldes und der Verhinderung von Punkten.
- DL (Defensive Line): Stoppt Laufspiel und setzt den QB unter Druck (Edge + Interior).
- LB (Linebackers): Vielseitig – Lauf, Blitz und kurze Passdeckung.
- DB (Defensive Backs): Cornerbacks + Safeties für Deckung und Tiefenhilfe.
Special Teams
Kickoffs, Punts, Field Goals und Extrapunkte. Kicker und Punter führen die Kicks aus; Returner versuchen, gute Startpositionen zu erzielen. Special Teams können die Feldposition und das Momentum im Spiel entscheidend beeinflussen.
Offensive Formationen (Grundlagen)
Offensivformationen beschreiben, wie sich die Offense vor dem Snap aufstellt. Verschiedene Formationen werden genutzt, um die Stärken des Teams auszuspielen, die Defense zu verwirren oder Platz für bestimmte Spielzüge zu schaffen. Hier sind einige der gebräuchlichsten Offensivformationen.
- 11 Personnel: 1 RB, 1 TE, 3 WR – flexible Standardaufstellung.
- 12 Personnel: 1 RB, 2 TE – physischer und Play‑Action‑freundlich.
- Spread: 4–5 WR – zieht das Feld in die Breite.
- I‑Formation/Under Center: Laufbetont mit tiefen Play‑Actions.
- Shotgun/Pistol: QB weiter hinten für schnellere Reads.
Motion und Shifts
Pre‑Snap-Bewegungen verraten oft die Deckung (Mann/Zone) und schaffen Mismatches. Nach einem Shift müssen alle kurz vor dem Snap stillstehen.
Defensive Fronts und Deckungen
Die Defense kann sich je nach Taktik des Gegners unterschiedlich aufstellen. Fronts beschreiben, wie die vorderen Verteidiger positioniert sind, während Deckungen zeigen, wie die hinteren Spieler die gegnerischen Receiver abdecken. Hier sind die gebräuchlichsten Defensive Fronts und Deckungen.
- 4‑3: Vier Linemen, drei Linebacker – solide gegen Lauf und stabiles Pass-Rush.
- 3‑4: Drei Linemen, vier Linebacker – flexible Blitzes und Fronts.
- Nickel (5 DB) / Dime (6 DB): Gegen passlastige Offenses und bei langen Downs.
Deckungen: Cover 1 (Mann + tiefer Safety), Cover 2 (zwei tiefe Zonen), Cover 3 (drei tiefe Zonen), Cover 4/Quarters (vier tiefe). Die Wahl hängt vom Gegner und der Situation ab.
Anfänger-Guide: 5 Dinge, auf die man achten sollte
- Down & Distance: Wie weit bis zum First Down?
- Personnel: Wie viele RB/TE stehen auf dem Feld?
- Safety‑Shell: Ein oder zwei tiefe Safeties?
- Motion: Was verrät die Bewegung über die Deckung?
- Tempo: No‑Huddle vs. kontrolliertes Huddle.
Mini‑Glossar
- Line of Scrimmage: Startlinie für den Spielzug.
- Snap: Der Ball wird vom Center an den QB übergeben.
- Blitz: Zusätzlicher Druck von LB/DB auf den QB.
- Audible: QB ändert das Spiel an der Line of Scrimmage.
- Screen: Kurzer Pass mit Blockern vor dem Empfänger.
Fazit
Mit Kenntnis des Spielfelds, des Punktesystems, der Downs, der Positionen und der gängigsten Formationen wird es deutlich einfacher, den Ablauf eines Spiels zu verstehen. Nutze das Inhaltsverzeichnis, um schnell bestimmte Themen nachzuschlagen, und schau bei den Diagrammen nach, wenn du Formationen oder Deckungen visuell erklären möchtest.








